Geschichte


Chronik

 

So fing es an
Der SSV Brixen feierte 2006 sein 50jähriges Bestehen.

 

Nach den Kriegswirren war das Sportleben in Brixen über mehrere Jahre hinweg nicht mehr in Vereinen organisiert: Für die deutschsprachige Jugend bot sich nach dem Zweiten Weltkrieg nur der Jugendhort als Treffpunkt für sportliche Bestätigung an: Dort traf man sich, um Fußball und Tischtennis zu spielen.

Erstes Treffen beim Finsterwirt

Der Alpenverein erkannte die Notlage und hatte glücklicherweise Walter Brenninger, den Sohn der Brixner Turndynastie Brenninger, die das Turnen von 1900 bis zur Auflösung des Turnvereins in der Faschistenzeit 1925 maßgeblich geleitet hatte, in seiner Vereinsleitung. Somit bot der Alpenverein Südtirol unter der Leitung von Walter Brenninger seinen jungen Mitgliedern ein Kinderturnen an.

Im Jahre 1955 leitete schließlich der sportbegeisterte Landeshauptmann Alois Pupp die Wende in Brixens Sportgeschichte ein. Toni Fritz, Eugen Cimadom, Edi von Ferrari, Josef Kusstatscher, Peter Unterleitner, Oswald Bortolotti, Edi Innerkofler, Hans Furlan, Lutz Chicken, Alois Dapunt, Walter Kompatscher und Urban Rienzner trafen sich angeregt durch den Landeshauptmann beim Finsterwirt: Nach Meran, Bozen und Bruneck sollte nun auch in Brixen ein Sportverein gegründet werden. In erster Linie ging es dabei darum, der Grundsportart Turnen offiziell einen Namen zu verleihen. Dies war notwendig geworden, da schon einige Monate zuvor ein Herren, Jugend- und Frauenturnen ins Leben gerufen worden war. Zugleich wollten die Männer zusätzlich Sportarten etablieren und suchten dafür Mitarbeiter. 

Der SSV Brixen entsteht 

Bei der Gründungssitzung am 19. Mai 1956 im Gasthof Goldene Krone erhielten Brixens Sportaktivitäten schlussendlich einen Namen: Die zahlreich anwesenden Sportler gründeten den Südtiroler Sportverein Brixen, kurz SSV Brixen. Der erste Vorstand des SSV Brixen setze sich aus Edi von Ferrari, Alois Dapunt Otto Seebacher, Eugen Cimadom, Karl von Kempter, Franz Froschmayer, Josef Kußtatscher, Toni Fritz, Sepp Tinkhauser und Gerold Mitterrutzner zusammen.

Die Aufgabenverteilung und die Postenvergabe erfolgte bei der ersten Vorstandsitzung am 28. Mai 1956: Otto Seebacher wurde als Präsident, Josef Kußtatscher als Vizepräsident, Alois Dapunt als Sekretär und Schriftführer gewählt. Zugleich fanden die ersten Sektionen ihre Leiter: Walter Kompatscher und Toni Fritz standen dem Turnen vor, Eugen Cimadom leitete die Sektion Fußball. Zugleich bemühten sich die ersten SSV-ler um eine Erweiterung des Vereins: Franz Froschmayer erhielt den Auftrag, eine Sektion Faustball zu gründen und Gerold Mitterrutzner oblag die Aufgabe, die Sektion Schwimmen ins Leben zur rufen. Der langjährige Präsident des Weltskilehrerverbandes Hubert Fink übernahm als 1. Sektionsleiter die Sektion Leichtathletik.

Enormer Aufschwung 

Diese Sektionen starteten bald darauf mit ihren Tätigkeiten - zum Teil unter widrigen Umständen. Die Schwimmer mussten mit dem alten und kleinen Guggenbergbad als Trainingspool vorlieb nehmen. Die vereinsinternen Meisterschaften fanden sogar im Freien, im Vahrner See, statt. Doch trotz allem waren es gerade die Schwimmer, die als erste bei einem öffentlichen Wettkampf am 19. August 1956 bei der „38. Coppa Scarioni" in Bozen offiziell unter dem neuen Namen SSV Brixen auftraten.

In den ersten Jahren erlebte der SSV Brixen einen enormen Aufschwung. In etwas mehr als einem Jahr erweiterte sich der SSV Brixen auf sechs Sektionen, da sich unter der Leitung von Hubert Fink die Leichtathletik sowie des Weiteren das Tischtennis als neue Sektionen etabliert hatten. 350 Mitglieder zählten zum Verein, wie Präsident Otto Seebacher im Rahmen der Generalversammlung am 25. Juni 1957 verkünden konnte. 

Auf Otto Seebacher folgt Sohn Klaus 

Der SSV Brixen nahm nun regen Kontakt zu anderen Vereinen, auch auf internationaler Ebene, auf und baute diesen aus. Kooperationen führten unter anderem zur mittlerweile traditionsreichsten Sportveranstaltung des SSV Brixen, dem Bergturnfest, das im Herbst 1961 zum ersten Mal ausgetragen wurde.

Am 17. August 1964 verstarb Präsident Otto Seebacher, der seit dem Gründungsjahr 1956 dem Verein ununterbrochen vorgestanden war - ein schwerer Verlust für den SSV Brixen.

Kurz vor dem 4. Internationalen Bergturnfest erkannte sein Sohn Klaus - bis zu diesem Zeitpunkt der Pressereferent des SSV - die Notlage des Vereins und übernahm, 25 Jahre jung, das nicht leichte Erbe seines Vaters.

Neuorganisation der Vereinsstruktur 

Der SSV wuchs und wuchs: 1969 gründeten Jörg Bergmeister, Hans Dander, Manfred Karl, Heinold Peskoller und Klaus Vittur die Sektion Volleyball; 1971 kam die Sektion Handball hinzu, die unter der Leitung von Ralf Dejaco rasch große Erfolge für sich verbuchen konnte. 1976 wurde durch Oskar Baumgartner der SSV Brixen um die Sektion Yoseikan -Budo erweitert; zwei Jahre danach entstand durch Christoph Dejaco die Sektion Badminton.

Im Jahre 1978 zählte der Verein zehn Sektionen mit nahezu 1200 Sportlern - das rasche Wachsen bedingte notwendigerweise eine Neuorganisation der Vereinsstruktur. Mit einem genau durchdachten Finanzplan sowie einer Überarbeitung der Statuten strukturierten 41 Stamm-Mitglieder im Beisein eines Notars am 16. November 1979 im Gemeindesaal den SSV Brixen juridisch neu.

Weiteres Wachstum

Und der Verein wuchs weiter: 1989 wurde ein eigenes Sportprogramm für Behinderte von der Sektion Leichtathletik ins Leben gerufen, und etablierte sich als Sektion Behindertensport, 1993 wurde die Sektion Bogenschießen gegründet und 2002 entstand die Sektion Damen Fußball. In der Zwischenzeit haben sich auch die einzelnen Sektionsstrukturen den wachsenden Erfordernissen angepasst, um einer immer größeren Anzahl von Mitgliedern gerecht zu werden und die Ausübung der sportlichen Tätigkeit in ihren vielfältigen Formen zu ermögliche.

Es wuchs jedoch nicht nur die Anzahl der Athleten und Sektionen, sondern auch die Anzahl der Sportstätten im Raum Brixen. Die Sportzone Süd samt Leichtathletikanlage, Fußballstadion, Eishalle und Turnhallen wurde errichtet. Im Jahre 2002 erfolgte die Eröffnung des insbesondere von der Sektion Schwimmen lang ersehnten Hallenbades, die Aquarena Brixen. 

Präsidentenwechsel

Klaus Seebacher, nunmehr auch Bürgermeister der Stadt, übergab nach 33 Jahren engagierter Vereinsführung - angesichts der Auslastung durch die beiden anspruchsvollen Ämter - die Präsidentschaft dem Brixner Architekten Ralf Dejaco, der jahrelang die Sektion Handball zum Erfolg geführt hatte. Der SSV Brixen ernannte Klaus Seebacher in Anerkennung seiner großen Verdienste am 12. Dezember 1996 zum Ehrenpräsidenten.

Im Jahre 2015 hat dann der langjährige SSV Präsident Ralf Dejaco nach 17 jähriger erfolgreicher Amtszeit seinen Präsidentenstab weitergereicht und es folgte auf ihn Stefan Leitner, der in den verschiedensten Funktionen vor allem als Trainer in der Sektion Handball tätig war und nun seit über 15 Jahren die Südtiroler Sporthilfe als Geschäftsführer leitet.

Ralf Dejaco ist aufgrund seiner vielfachen Verdienste um den Verein im Dezember 2015 die Ehrenpräsidentschaft verliehen worden.

Kontinuität prägt den SSV Brixen

In der nunmehr sechzigjährigen Geschichte des SSV Brixen gab es nur 4 Präsidenten:

  • Otto Seebacher
    1956 - 1964
  • Klaus Seebacher
    1964 - 1996
  • Ralf Dejaco
    1996 - 2015
  • Stefan Leitner
    2015 - heute 

Der Verein heute

Über 2000 aktive Sportler, Betreuer, Trainer, freiwillige Helfer finden im SSV Brixen ihre Heimat. In 15 Sektionen gehen sie ihrem Sport nach, einige Athleten nutzen auch die Angebote mehrerer Sektionen. Die Anforderungen an den Präsidenten, Vizepräsidenten und die Sektionsleiter wachsen ständig, vor allem auch deshalb, da die Mitgliedsbeiträge für die Kinder und Jugendlichen sozialverträglich gestaltet werden. Sponsoren, Förderer und Unterstützer sind gefordert, damit die Kinder und Jugendlichen auch weiterhin so gut als möglich gefördert werden können.

Ohne die Unterstützung vieler ist es schier unmöglich, einen Verein in dieser Größenordnung zu führen.

  • Badminton
  • Basketball
  • Behindertensport
  • Bogenschießen
  • Fußball Damen
  • Fußball Herren
  • Handball Damen
  • Handball Herren
  • Leichtathletik
  • Schwimmen
  • Tanzsport
  • Trendsport
  • Turnen
  • Volleyball
  • Yoseikan Budo

Die sportlichen Erfolge der letzten Jahre können sich sehen lassen: die Sektion Handball Herren ist seit Jahren in der höchsten italienischen Liga vertreten, die Handball Frauen spielen seit heuer wiederum in der höchsten italienischen Liga, die Fußballerinnen spielen, obwohl eine junge Sektion, bereits in der nationalen Liga „C" und peilen den Aufstieg in die Serie B an, die Herren Fußballer halten sich seit Jahren, mehr oder weniger erfolgreich in der Oberliga und sind bekannt für ihre großartige Fußballschule. In den Einzelsportarten konnten zahlreiche Landesmeister-, Regionalmeister- und Italienmeistertitel errungen werden. Hervorzuheben ist hier sicher Laura Letrari, Schwimmerin, welche bereits zahlreiche Titel für den SSV Brixen erschwimmen konnte.

Sehr erfolgreich sind auch immer wieder die Athleten der Sektion Yoseikan Budo, auch sie konnten zahlreiche nationale und internationale Wettkämpfe für sich entscheiden.

Die Sektion Turnen fördert, ebenso wie die Sektion Schwimmen, vor allem den Breitensport, unzählige Brixner Kinder haben in diesen beiden Sektionen ihre sportliche Grundausbildung erhalten.

Große Erfolge erzielten auch die Mitglieder der Sektion Badminton, ebenso wie die Bogenschützen.

Von großem sozialem Stellenwert ist die Sektion Behindertensport, welche mit großem Einsatz und in Zusammenarbeit mit anderen Sektionen, den Behinderten eine sportliche Betätigung ermöglicht und sich immer größerer Beliebtheit erfreut

Sehr stolz sind wir auch auf unsere jüngste Sektion, der Sektion Tanzsport. In kürzester Zeit ist es den Tänzerinnen gelungen, eine große Anzahl an Mitgliedern aufzubauen, ein breitgefächertes Kursangebot aufzustellen und mit vielen Sektionen sehr aktiv zusammen zu arbeiten.

Die Sektionen Basketball und Trendsportarten versuchen, mit attraktiven Angeboten vor allem für Jugendliche zu punkten und bei den verschiedenen regionalen Wettkämpfen teilzunehmen.