Cronaca


 Am Anfang stand die Liebe zum Sport...

  • 1851 ergriff der damalige Druckereibesitzer und Turnfreund Caspar Eder die Initiative und setzte es sich zum Ziel, den Turnsport für Männer in Brixen zu verbreiten. Es wurde eine Wiese hinter dem Spitalstadel angemietet und dort ein Reck, ein Bock, ein Barren, ein Schwebebaum und einige Stemmgeräte aufgestellt. Vieles davon wurde jedoch gestohlen oder beschädigt, und nur drei Jahre später löste sich diese erste Turnvereinigung aufgrund mangelnder Räumlichkeiten wieder auf.

  • Aber bereits 1867 wurde beim Wastlwirt ein Stadel gemietet, wo fleißig geturnt wurde und noch im selben Jahr der Brixner Turnverein offiziell gegründet. Ab dem Jahre 1902 war das Turnen nicht mehr nur reine Männersache, es stießen auch die ersten Damen zum Verein.
  • Der erste Publikumsauftritt, ein Zirkus mit Aufführungen in der Kachlerau im Jahre 1910, löste einen regelrechten Besucherstrom aus ganz Tirol aus.

  • Die erste Halle konnte 1912 auf einem Grundstück in der Bahnhofstraße eingeweiht werden, doch schon 1915 wurde sie von den deutsch-österreichischen Truppen besetzt und nach dem Verbot aller deutschsprachigen Vereine im Jahre 1925 vom Faschistenregime enteignet. Nach den Wirren des Krieges folgten in Brixen sportlose Jahre. Die einzige Möglichkeit Sport zu betreiben bot der Alpenverein Südtirol mit gelegentlichen Turnstunden unter der Leitung von Walter Brenninger.

  • Nach einer 30-jährigen Unterbrechung wurde der Brixner Turnverein von den einstigen Vorturnern und Verantwortlichen Toni Fritz, Sepp Tinkhauser und Josef Brenninger, unterstützt von Midl Kustatscher, Walter Kompatscher und Peter Rottensteiner weitergeführt und das, vom AVS geführte Kinderturnen übernommen und weitergeführt.

  • Der 1. Turnausflug zu den „Parlungerwiesen" mit Turnvorführungen im Jahre 1956 war ein voller Erfolg und vielleicht schon der Grundgedanke für unser 1961 erstmals durchgeführtes Bergturnfest. 1959 fuhr man erstmals ins Ausland: Sechs Jungturner beteiligten sich am 2. Tiroler Gauturnfest in Innsbruck. 1960, beim Bundesturnfest des ÖTB in Graz, wurde Walter Bonell 1. Bundessieger seiner Klasse.

  • Am 14.10.1961 war der Geburtstag des inzwischen zur Tradition gewordenen „Brixner Bergturnfestes". 180 Teilnehmer aus Nord-, Süd-, und Osttirol kamen und erlebten ein Fest der Zusammengehörigkeit und Freude im sportlichen Wettkampf.

  • 1965 qualifizierten sich Lisl v. Unterrichter und Wally Notdurfter für die Jugend - Italienmeisterschaften in Neapel und erreichten den 11. Mannschaftsrang, den auch die beiden Jungturner Paul Costazza und Hermann Bernardi in Rom errangen.
    Immer mehr Jugendliche besuchten die von der Sektion angebotenen Kinderkurse.

  • 1973 übernahm Hermann Bernardi die Sektionsleitung Turnen Buben. Eine junge Mannschaft von Turnern, betreut von Hermann Bernardi und Hans Kahl baute sich auf. Diese Mannschaft errang bei den Regionalmeisterschaften des Veneto - Trentino - Südtirol den hervorragenden 3. Rang. Aus dieser Mannschaft konnten Walter Delazer und Hannes Wierer bis auf nationale Ebene vordringen. Das 15. Bergturnfest erreichte die stolze Zahl von 650 Nennungen.

  • Sektionsleiter der Mädchen, Walter Kompatscher, erhielt den Gau-Ehrenbrief des ÖTB.

  • 1977 wurde Hannes Wierer beim Bundesturnfest in Kufstein Sieger. Beim Vergleichskampf des ÖTB gegen den VSS in Hall belegte er den 1. und Walter Delazer den 2. Rang. Bei den Mädchen wurde Doris Hilpold 2. und Carmen Messner 5.
    Bei den verschiedenen Wertungstests des italienischen Turnverbandes in Mailand, Rom und Florenz wurden die führenden Verantwortlichen im Verband auf die Leistungen unseres Turners Hannes Wierer aufmerksam und luden ihn zu verschiedenen nationalen Trainingslagern in Rom und Varese ein, wo er durch sein Talent und durch seinen Trainingsfleiß auffiel. Aufgrund seiner hervorragenden Ergebnisse bei regionalen, interregionalen und nationalen Wettkämpfen verschaffte er sich als bester Turner Südtirols einen Platz in der Mannschaft der Region Südtirol - Venetien beim Turnier der Regionen, bei welchem diese Mannschaft 3. wurde. Nach einer langwierigen Knieverletzung und dem Militärdienst konnte er das Training wieder aufnehmen und an seine früheren Leistungen anschließen. Der 16. Rang bei den italienischen Staatsmeisterschaften der Senioren 1985 in Vercelli und ein Sieg beim Bergturnfest desselben Jahres bestätigten dies. Beim Tiroler Gauturnfest 1980 in Landeck wurde Carmen Messner Siegerin und Doris Hilpold Zweite.

  • Bei der Jubiläumsveranstaltung des 25. Bergturnfestes traten über 850 Teilnehmer an, ein bisher absoluter Höhepunkt! Dieses Bergturnfest war zudem mit 3 Siegern (Hannes Wierer - Oberstufe, Roberta Pergher - Jugend 1, Karin Leitner - Jugend 2) ein turnerischer Erfolg für unseren Verein.

  • Seit 1991 eigene Turnhalle: Vergangenes Unrecht, das dem SSV Brixen seinerzeit widerfahren war, als die von den Brixner Turnpionieren errichtete Turnhalle von den Faschisten enteignet wurde, wurde wieder gut gemacht. Sofort nach der Gründung des SSV haben sich die Turner, im Besonderen Walter Kompatscher um die Rückgabe dieses Besitzes bemüht. 1990 konnte endlich mit dem Neubau der Turnhalle in der Sportzone Brixen Süd begonnen werden und Bürgermeister Klaus Seebacher konnte sie am 29. September 1991 den Vertretern der Sektion Turnen, Walter Kompatscher, Hermann Bernardi, Hans Kahl und Hannes Wierer, feierlich übergeben. Eine Urkunde, die in die Mauern der neuen Halle eingemauert wurde beschreibt die Entstehungsgeschichte dieser Halle: ein Stück Südtiroler Geschichte mit Happy End.